Begleitend zu einer Sonderausstellung hat das Museum einen Band mit einer umfangreichen Chronik und zahlreichen Artikeln zur Geschichte der Stadt herausgegeben.

 

Katolog

 

Den reich bebilderten Band (196 Seiten, 404 farbige Abb.; 18,50 EUR) schicken wir gern zu.

 

Am 20. März 2014 erschien zum Stadtjubiläum die Fortsetzung, der Band "750 Jahre Anklam - Momente aus Geschichte und Gegenwart"

 

Cover

 

Auch dieser Band ist im Musem erhältlich ( 296 Seiten, Hardcover, reich farbig bebildert, 19,90 EUR) und wir schicken ihn gerne zu.

Geschichte der Stadt Anklam
von den Anfängen bis zur Gegenwart

1. Jh. v. Chr.
Der bislang älteste Beleg für eine germanische Besiedlung ist ein Grabungsfund.
7./ 8. Jh.
Slawische Einwanderung in das Gebiet des Peeneurstromtales.
8./ 9. Jh.
Im Bereich des heutigen Pferdemarktes entsteht eine slawische Siedlung.

um 1150
Vermutlich entsteht in der Nähe des slawischen Handelsplatzes "Na chlum" der bedeutende Fernhandelsplatz Groswin.

ab 1184
Colonisten aus deutschen Ländern werden angesiedelt. Unter anderem entstehen durch sie ein Markt und verschiedene Straßen, darunter die Wollweberstraße.
1185
Die Burg Groswin wird vernichtet.
1191
Die Siedlung bekommt eine starke Mauer.
1243
Anklam wird erstmals erwähnt. Ein "Albertus scultetus in Tanchlim" ist Zeuge einer herzöglichen Beurkundung.
Der Name des Ortes stammt aus dem Altpolabischen (Westslawischen) und erscheint in zahlreichen Varianten, unter anderem auch als Tanchlym, Tanglim, Tanclam, Anclem, Danglyn.

8. 6. 1264
Die "burgenses in civitate nostra Tanglym com[m]ora[n]tes" (die Bürger, die in der Stadt Anklam wohnen) werden vom Herzog Barnim I. von jedem Zoll befreit und erhalten das Recht, auf allen seinen Gewässern ungehindert Schifffahrt zu betreiben. Die Stadt wird erstmalig erwähnt.

1275
Herzog Barnim I. bestätigt den Kauf des Gutes Tuchow, welches die Stadt Tanclim (Anklam) von Hinric von Zagenze erworben hat (südlich von Anklam). Das Gut wird abgebrochen, es entsteht das "Nyge Feld".

1282
Herzog Bogislaw IV. schenkt der Stadt Anklam das Dorf Rosenhagen.

27. 7. 1283
Erstmalige Erwähnung Anklams als Hansestadt in einem Gunstbrief des dänischen Königs Erich VII. von 1283 (Urkunde im Stadtarchiv Lübeck).

1285
Herzog Bogislaw IV. schenkt für die vielen guten Dienste, welche die Stadt Anklam ihm erwiesen hat, die Dörfer Pelsin, Gellendin, Woserow und Bargischow.

1285
Herzog Bogislaw IV. überträgt den Anklamer Bürgern Johann Schjwadere und Hermann von Gützkow die "Oldanvir" (Anklamer Fähre) und macht die Stadt zum Eigentümer mit dem Recht, auf alle vorbeifahrenden Schiffe einen Zoll zu erheben.

1295
Herzog Otto I. verleiht der Stadt freie Aus- und Einfuhr für ihren Hafen.
Hennig von Bugewitz (Neuenkirchen) entsagt seinen Ansprüchen auf Moor, Wiesen und Wald bei Rosenhagen zwischen den Bächen Swartebeke und Smerleke, dem Sarnestrom (Landgraben) und bis zur Peene zu Gunsten der Stadt Tanglim (Anklam). Er erkennt die Anklamer Grenze an. Die Stadt gehört nun zum Herzogtum Pommern-Wolgast.

1296
Die Anklamer Marienkirche wird erstmalig erwähnt. Bereits 1257 existierte ein Gemeindepfarramt mit Pfarrer. Der heutige Bau ist das Ergebnis einer Bautätigkeit über mehrere Jahrhunderte, wobei die Hauptarbeit im 13. bis 15. Jahrhundert geleistet wurde.

1302
Herzog Bogislaw IV. verleiht allen Kaufleuten, die nach Wolgast und Anklam handeln, Zollfreiheit und freies Geleit.
Herzog Bogislaw IV. überträgt die Anklamer Fähre an die Anklamer Bürger Willeken Cröpelin und Heinrich Willers Sohn, die sie nunmehr von der Stadt besitzen sollen.

1310
In Anklam wird ein Augustiner-Kloster gegründet. Die Anhänger des Bettelordens errichten das Kloster in der Brüderstraße.

1312
Der Damm nach Ziethen wird erstmals erwähnt: Er ist mit Steinen gepflastert.

1312
Wartislaw IV. verleiht der Stadt für 100 Mark Silber das Recht der freien Fahrt auf der Peene und Swine, Fischerei im Haff und das Recht, herzogliche Vasallen gefangen zu nehmen.

1319
Herzog Wartislaw IV. schließt ein Landfriedensbündnis mit dem Land und den Städten Greifswald, Demmin und Anklam.

1320
Die Herzöge Otto I. und Wartislaw IV. erklären, Greifswald, Demmin, Anklam und Stargard schadlos halten zu wollen, für die Befreiung anderer Städte vom Zoll. Wartislaw IV. verleiht den Städten Demmin, Anklam und Greifswald freie Schifffahrt auf der Swine und Peene.

1322
Anklamer Truppen unterstützen den Herzog im Kampf gegen den Raubritter Bernhard Nienkerken in Bugewitz. Seine Burg wird zerstört. In der Folge (1331) erwirbt Anklam die Ortschaft Bugewitz.
1325
Die Stadt erhält das Recht, eigene Münzen zu prägen.

1331
Otto I. und Barnim III. überlassen der Stadt Anklam die Dörfer Bugewitz und Grünberg und die Heidemühle.

1338
König Waldemar III. von Dänemark bestätigt den Anklamer Kaufleuten das Recht des freien Heringsfangs vor der Halbinsel Schonen. Sie dürfen dazu bei Falsterbo ihre Vitten (Handelsniederlassungen) aufbauen.
Prior Otto und der Konvent der Dominikaner in Greifswald und Bruder Heinrich, ein Franziskaner daselbst, errichten in Anklam ein Hospital. Gegen Ersetzung der Kosten überlassen sie das Haus der Stadt.

1343
König Magnus von Schweden und Norwegen bestätigt Anklam die Vitte in Falsterbo.

1353
Am 2.1.1353 wird die älteste bisher bekannte Verfassung beschlossen, die auch für die Städte Stralsund, Greifswald und Demmin gilt. Danach wird jede Stadt von drei Bürgermeistern und 24 Ratsherren geleitet. Damit dürfen Anklamer Bürger nicht vor auswärtige Gerichte gestellt werden.

1361-1369
Anklam beteiligt sich am Hansekrieg gegen Waldemar III. von Dänemark.

1364-1370
Die Stadt hat ihre ersten Fehden mit denen von Schwerin-Spantekow.
Die Herzöge Bogislaw V., Kasimir IV., Wartislaw VI. und Bogislaw VI. schließen einen Sühnevertrag zwischen Anklam und den Schwerinern zu Spantekow. (1370)

1376
Bis auf die Marienkirche und einige in der Nähe liegende Häuser brennt die ganze Stadt ab. 25 Jahre später ist Anklam wieder aufgebaut.

1387
Soziale Spannungen führen zum Aufbegehren der Zünfte gegen den patrizischen Rat. Es soll zur Ermordung des Bürgermeisters Hartwig Thobringh und aller anwesenden Ratsherren gekommen sein.

1394
Anklam beteiligt sich an der von der Hanse eingeleiteten Jagd auf die Vitalienbrüder (Seeräuber).

1399
Der Rat von Stralsund schließt mit Greifswald, Anklam und Demmin einen Vertrag zur Bekämpfung des Räuberunwesens.

1412
Der Hohe Stein wird erstmalig erwähnt.

1417
Heinrich von Schwerin-Spantekow wird von Anklamer Truppen gefangen genommen und in den Vangenturm gesperrt. Er muß Urfehde schwören.
1424
Erneut wird Anklam durch einen Brand vollkommen zerstört.
1427
Anklam wird zeitweilig aus der Hanse ausgeschlossen, da sich die Stadt nicht am zweiten Feldzug gegen Dänemark beteiligt.

1428
Die Herzöge Kasimir V., Wartislaw IX. und Barnim VII. schließen mit Stralsund, Stettin, Greifswald, Anklam und Demmin einen Vertrag über Münzprägung.

1438
Fehde mit Mecklenburg-Stargard. Ritter Wedoge Ribe fällt in die Anklamer Feldmark ein und verursacht großen Schaden.

1448
Bürgermeister Arndt Kölpin errichtet bei der Kapelle zum "Heiligen Leichnam" in der Baustraße - die noch bis 1945 bestehende - Stiftung für die Versorgung älterer Bürger.

1451
Das Haus der Tuchmacher, das heute einzige noch erhaltene Giebelhaus, wird erstmalig in einer Urkunde erwähnt.

1457
Erneuerung des 1339 geschlossenen Vier-Städte-Bündnisses zur Verwahrung gegen herzogliche Übergriffe.

1458-1461
Größte Fehde mit dem Haus von Schwerin-Spantekow. Die Anklamer erleiden eine Niederlage in der Schlacht bei Drewelow (1459) - der Frieden zu Görke fällt jedoch günstig für die Anklamer aus.

1462
Der Pulverturm wird im Stadtbuch erstmals als "Vangentorm" erwähnt.

1465
Anklam hilft dem Herzog bei der Zerstörung des Raubschlosses Neutorgelow.

1469
Anklam unterstützt den Herzog im Kampf gegen Brandenburg.

1479
Bogislaw X. nimmt Stralsund, Greifswald, Demmin und Anklam in seinen besonderen Schutz, indem er ihren Handel, ihr Stadtrecht und Eigentum zu wahren verspricht.

1482-1486
Letzte Fehde mit den Schwerinen zu Altwigshagen.

1491
Anklam hilft dem Herzog bei der Zerstörung der Maltzahnschen Burg Wolde.

1492
Herzog Bogislaw X. bestätigt Anklam die Privilegien und besonders das Recht, dass die Bürger nicht außerhalb der Stadt vor Gericht gezogen werden dürfen.

1525
Das Rathaus wird bei einem Brand zerstört. Der sofortige Neubau steht bis 1842 auf dem Marktplatz.

1530
Die Augustinermönche übergeben ihr Kloster der Stadt.

1534
Bürgermeister und der Rat zu Stralsund versichern, dass der Stadt Anklam ihre Rechte in Dänemark erhalten bleiben sollen.

1535
Einführung der neuen Kirchen- und Schulverfassung am 16.6.1535 durch Bugenhagen. In jeder Kirche sind zwei Pastoren tätig, die beiden Lateinschulen werden zusammengelegt. Nur noch eine Lateinschule, jetzt Ratsschule, wird es an der Nikolai-Kirche geben.

1537
Der Rat von Anklam gibt Hans Masso, Jochim Pomelle und Thomas Klockow die Vollmacht zur Wahrung ihrer Rechte an der Vitte zu Valsterbo.

1549
Anklam gewährt Greifswald Zollfreiheit bei der Anklamer Fähre. Anklam selbst erhält Zollfreiheit bei Kowall.

1555
Gründung der ersten Anklamer Apotheke (Ratsapotheke) durch "Meister Adam".

1565
Durch die Pest sterben in Anklam 1600 Menschen, rund ein Drittel der Einwohner.

1570
Die Befestigungsanlagen werden erneuert und ausgebaut, besonders am Steintor. In der Anklamer Ratskanzlei finden sich die ersten hochdeutschen Schriftstücke.

1570
Für die Gelehrte Schule am Nikolaikirchhof gibt es einen Neubau, der etwa bis 1765 stehen wird.

1575
Für Chirurgen wird eine Amtsrolle eingeführt, welche deren Niederlassung in Anklam regelt.

1580
Von Jargelin aus wird eine Wasserleitung nach Anklam verlegt. Sie besteht aus hölzernen Rohren, die durch das Peenebett führen.

um 1580
Die Nikolaikirche erhält ein Kupferdach.

1590
Die hochdeutsche Schriftsprache wird vorzugsweise im Schriftverkehr der Ratskanzlei genutzt.

1605
Erneut bricht in Anklam die Pest aus, diesmal sterben rund 1400 Menschen.

1627-1629
Im Dreißigjährigen Krieg wird Anklam von kaiserlichen Truppen besetzt.

1630
Nach der Landung der Schweden in Pommern wird auch Anklam von den Truppen des Schwedenkönigs Gustav Adolf besetzt.

1634
Anklam erhält seine igelförmigen Ausbauten, sogenannte Bastionen (Raveline).

1637
Der Angriff kaiserlicher Truppen wird zunächst abgeschlagen, doch im Herbst wird die Stadt erneut von kaiserlichen Truppen besetzt. Sie müssen Anklam jedoch bald wieder verlassen, da keine Lebensmittel mehr vorhanden sind. Die Bauernschaft in den Stadtdörfern Pelsin, Gellendin, Woserow, Bargischow, Gnevezin, Rosenhagen, Kosenow, Bugewitz, Heidemühl, Grönberg (Leopoldshagen), Kalkstein, Kamp und Anklamer Fähre wird völlig vernichtet. Auch das Kloster Stolpe wird zerstört. Zudem wütet wieder die Pest. Damit wird 1637 das bisher schwärzeste Jahr in der Geschichte der Stadt.

1648
Anklam kommt im Westfälischen Frieden mit ganz Vorpommern zu Schweden.

1653
Anklam erhält von Schweden seine Stadtfreiheit.

1657
Im Zuge des Erbfolgestreites zwischen Brandenburg und Schweden werden die Dörfer des Kreises von Truppen des polnischen Generals Czarnewski zerstört und niedergebrannt.

1659
Erneut zerstört ein goßes Feuer etwa 100 Häuser an der Nordwestseite der Stadt und die Heilige-Geist-Kirche.

1674-1676
Der Stadt wird durch die Brandenburger unter Kurfürst Friedrich Wilhelm belagert und besetzt. Nach der Besetzung durch die brandenburgischen Truppen 1679 besetzen die Schweden die Stadt.

1696
Ein Brand vernichtet Großteile der Stadt.

1709-1710
Das letzte Mal wütet die Pest in Anklam.

1711
Im großen Nordischen Krieg (1700-1720) wird Anklam von Sachsen, Russen, Dänen, Polen und später auch Preußen besetzt.

1713
Auf Anweisung des Zaren wird die Stadt vollständig geplündert. Sie entgeht nur knapp der Einäscherung, die als Vergeltung für die Zerstörung der Stadt Altona durch die Schweden gelten sollte.

1718
Die Löwenapotheke wird durch Andreas Gottlieb Meyer gegründet.

1720
Durch den Frieden von Stockholm wird Anklam fast 100 Jahre eine geteilte Stadt. Schweden muss den westlichen Teil Vorpommerns südlich der Peene an Preußen abtreten. Die Wesselsche Mühle am Peendamm wird als Rathaus des schwedischen Teils genutzt.

1722
Als Folge der Kriege hat Anklam nur noch 1853 Einwohner.

1728
Anklam wird Garnisonsstadt. In der Brüderstarße wird ein Lazarett errichtet.

1732
Das Schützenhaus wird gebaut. Es wird später das Anklamer Theater.

1738
Die im Brand von 1659 zerstörte Heilige-Geist-Kirche wird als Garnisonskirche wieder aufgebaut.

1750
Das Pflanzen von Maulbeerbäumen zur Seidenraupenzucht wird verordnet.

1756-1763
Im Siebenjährigen Krieg wird Anklam durch schwedische und preußische Truppen wiederholt besetzt und gebrandschatzt. Die Festungswerke der Nordseite werden geschleift. Um ihre Zerstörung zu verhindern, wird Anklam durch Friedrich II. zur offenen Stadt erklärt. Die Plantagen mit den über 28.000 Maulbeerbäumen werden vollkommen vernichtet.

1767
Das neue Gebäude für die Gelehrte Schule am Nikolaikirchhof wird eingeweiht.

1784
In Anklam wird ein Gasballon durch einen Herrn Hildebrand aus Greifswald steigen gelassen.

1806-1808
Die Stadt wird von den Franzosen besetzt.

1808
Mit der Steinschen Städtereform wird die städtische Verwaltung von 1353 verändert: Es gibt nur noch einen Bürgermeister statt drei. Ein Beigeordneter und ein Kämmerer, die bisher ehrenamtlich tätig waren, werden als Berufsbeamte eingesetzt.

1811
Die bisherige "Gelehrte Ratsschule" wird bis 1816 als Realgymnasium mit nur noch vier Klassen weitergührt. Dann erhält sie bis 1847 die Bezeichnung "Höhere Bürgerschule".

1812
Soldaten Napoleons ziehen durch Anklam.

1815
Nach dem Wiener Kongress wird Vorpommern und damit auch Anklam wieder preußisch.

1821
Der Anklamer Stadtpark (genannt Bluthslust) wird durch den Apotheker Kummer und den Kaufmann Bluth angelegt.

1827
Die allgemeine Stadtschule wird gegründet. Das Gebäude in der Schulstraße wird eingeweiht.

1834
Die erste Anklamer Zeitung, das "Gemeinnützige Anclamer Wochenblatt", erscheint.

1839
Das erste Dampfschiff fährt auf der Peene.

1842
Das alte Rathaus wird abgebrochen, obwohl kein Ersatzgebäude zur Verfügung steht. Bis 1876 befindet sich dann die städtische Verwaltung im aufgestockten früheren Garnisionslazarett in der Brüderstraße.
Die höhere Töchterschule wird im Gymnasialgebäude am Nikolai-Kirchhof eröffnet. 1864 bekommt sie ein neues Gebäude.

1844
Neben dem Schützenhaus wird der Anklamer Turnplatz eingeweiht.

1845-1848
Ein Armen- und Arbeitshaus auf dem St. Jürgen (Leipziger Allee, Feierabendheim) entsteht. Es wird ab 1851 als Frauengefängnis genutzt.

1846
Weil es ein Verkehrshidernis ist, wird das Stolper Tor abgebrochen. Das Steintor entgeht diesem Schicksal durch die Initiative des Bürgermeisters Karl Friedrich Kirstein. Im gleichen Jahr werden die Buchdruckerei und der Verlag Richard Poettcke gegründet.

1847
Das Anklamer Gymnasium wird auf Initiative des Bürgermeisters Kirstein neu gegründet. Es wird bald zu einer bedeutenden Schule in Preußen, da Kirstein darum bemüht ist, die Lehrstühle mit anerkannten Lehrern zu besetzen.

1848
Als Reaktion auf die Märzrevolution findet am 14. April die erste Stadtverordnetenversammlung mit "Zutritt für jeden anständigen Mann ohne vorherige Meldung" statt. Auch ein "Constitutioneller Club" wird gegründet.
Otto Lilienthal wird als eines von acht Kindern eines Tuchhändlers in der Peenestraße geboren. 1849 kommt sein Bruder Gustav zur Welt, der ebenfalls sehr bekannt wird.

1849
Die Städtische Sparkasse wird gegründet. An der Peene wird eine Badeanstalt eingerichtet. Der "Anklamer Volksfreund" wird vom Buchdrucker Zink herausgegeben.

1849-1874
Prof. Dr. Spörer ist Lehrer am Anklamer Gymnasium. Seine Beobachtungen der Sonnenflecken vom Anklamer Pulverturm machen ihn zum noch heute bekannten Astronomen.

um 1850
Täglich verkehren Dampfschiffe nach Demmin, Wolgast, Ueckermünde und Stettin.

1851
In der Wollweberstraße wird das neue Gymnasium bezogen. Es gilt als Muster eines modernen Schulgebäudes in Preußen.

1852
Der neue Friedhof am Schülerberg wird eingeweiht. Auch ein Gaswerk wird errichtet.

1853
In Anklam findet die letzte Hinrichtung durch Enthauptung auf dem Hof am Steintor statt.

1855
Die erste Anklamer Dampfmühle nimmt ihren Betrieb auf.

1857
In Anklam brennt die erste Gaslaterne.

1860
Die kreisfreie Stadt Anklam überschreitet die 10.000-Einwohner-Grenze.

1863
Die Eisenbahn Pasewalk-Stralsund wird eröffnet.

1865
In der Friedländer Straße wird das neue Gerichtsgebäude bezogen.

1867
Durch das Ausheben des Richtgrabens (Torfgraben bei Schadefähre) wird nun auch größeren Schiffen die Zufahrt nach Anklam ermöglicht.

1869
Die Brüder Helmut und Ludwig Münter bauen eine Eisengießerei auf. Sie wird der erste große Industriebetrieb der Stadt.

1870
In der Friedländer Landstraße wird eine Kriegsschule eingerichtet.

1872
Durch eine Sturmflut steht die Stadt vom Bollwerk bis in die unteren Teile der Peene- und Burgstraße unter Wasser.

1875
Das Krankenhaus in der Ravelinstraße wird errichtet.

1876
Das Rathaus wird nun in das dreistöckige Buschicksche Haus an der Peene verlegt. 1904 wird das Gebäude erweitert und erhält einen Uhrenturm.

1882
In der Krähenstraße (Nikolaikirchstraße) wird die Mädchenvolksschule eingeweiht. Im Zweiten Weltkrieg wird sie zerstört.

1883
Die Pommersche Zuckerfabrik AG Anklam wird gegründet.

1884
Nachdem der Marienkirchturm durch einen Blitzschlag abgebrannt war, erhält die Kirche nun einen wesentlich höheren Turm.

um 1890
Die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn wird gebaut.

1894
Der Fernsprechverkehr wird in der Stadt aufgenommen.

1895
Das Anklamer Warmbad wird eröffnet.

1897
Ein Kaiserdenkmal wird auf dem Marktplatz eingeweiht. Allerdings wird es während des Ersten Weltkrieges eingeschmolzen.

1898
Auf dem Gelände des Stadtwaldes wird eine eigene Radrennbahn errichtet.

1901
In der Friedländer Landstraße wird eine katholische Kirche eingeweiht.

1905
In der Baustraße wird der Neubau der Oberschule für Mädchen (Lyzeum) eröffnet. Im selben Jahr beginnt der Bau eines Lehrerseminars in der Leipziger Allee (seit 1926 Gymnasium) und der benachbarten Präparandenanstalt (Vorbereitungsschule auf das Lehrerseminar). Auch die Wasserleitung wird fertiggestellt.

1906
Der erste Heimatkalender erscheint. In der Demminer Straße wird das Landratsamt bezogen.

1909
In der völlig erneuerten Nikolai-Kirche wird wieder der Gottesdienst gefeiert. Sie ist zu einer der schönsten Kirchen Pommerns geworden.

1914
In der Wördeländerstraße ist das Schulhaus fertiggestellt worden. Allerdings wird es aufgrund des Krieges zunächst als Lazarett genutzt. Auch der erste Teil des Hohenzollernparks ist zu Pfingsten fertig. Erweitert wird er in den Jahren 1919 und 1922.

1918
Der Anklamer Arbeiter- und Soldatenrat wird gegründet. Am Folgetag wird der "Regierungssturz" mit einem Festumzug begangen.

1920
Anklam erhält ein elektrisches Ortsnetz. Ein Jahr später gibt es dann auch elektrisches Licht.

1926
Das ehemalige Lehrerseminar in der Leipziger Allee zieht nun in das Gymnasium ein. Der frühere Exerzierplatz wird zum Stadtwäldchen aufgeforstet.

1927
Die Abwasseranlage wird fertiggestellt. Über die Peene führt eine Klappbrücke, die nun dem Verkehr freigegeben wird. In der Leipziger Allee 27 eröffnet das Heimatmuseum.

1928
Das Gefallenendenkmal - der bronzene Löwe - wird in der Anklamer Parkanlage aufgestellt.

1929
Von der KPD wird die Ortszeitung "Der Pulverturm" herausgegeben.

1934
Am 1. April gibt es ein Judenpogrom in der Stadt.
Neben einem Fliegerhorst entstehen auch die SA-Sportschule, ein Arbeitsdienstlager und die Kreisschule der NSDAP.

1934-1937
In der Hospitalstraße wird ein Krankenhaus gebaut.

1936
Am Bollwerk entsteht der neue Getreidespeicher des Raiffeisenvereins.

1937
Die Arado-Werke werden in den ehemaligen Hallen der Maschinenfabrik Muskate und Bethke eingerichtet und beginnen mit der Produktion.

1937-1939
Links und rechts der Pasewalker Allee entsteht eine Siedlung mit über 1060 Wohnungen.

1938
In der Stadt brennt die Synagoge.

1939
Etwa 3.000 Baltendeutsche werden in das Gebiet um Anklam umgesiedelt, davon allein 800 in die Stadt direkt. Ein Jahr später werden sie nach Posen transportiert.

1939-1940
Ein Gefängnis wird errichtet, das bis 1945 Militärstrafanstalt ist. In dieser Zeit werden über 100 Todesurteile im Gefängnis vollstreckt.

1940
Über 200 neue Wohnungen entstehen am Reeperstieg und am Galgenberg. Im Februar des Jahres werden die Anklamer Juden ins Ghetto Piaski deportiert.

1943
Auf die Arado-Werke Anklam wird am 9. Oktober der erste Luftangriff von der US Air Force geflogen. Fast 150 Gebäude werden zerstört, unter anderem auch die Turmhaube von St. Marien und alle Fenster von St. Nikolai. Über 300 Menschen sterben, zum Großteil Zivilisten.

1944
Am 4. August wird Anklam erneut bombardiert. Ziel sind der Anklamer Flugplatz, Sanitz und die Arado-Werke. Es gibt 27 Tote und 66 Gebäude werden zerstört. Auch am 25. August werden wieder Bomben abgeworfen.

1945
Am 29. April zieht die Rote Armee in Anklam ein. Die Stadt wird noch einmal durch die Wehrmacht beschossen und bombardiert. Am Ende sind über 70% der Stadt zerstört.
Noch im selben Jahr wird die Bodenreform im Kreis Anklam eingeführt. Die Stadt nimmt bis zum Juli 5.500 Umsiedler auf. Neben der Einrichtung eines Kreisgerichts werden auch die Anklamer Lichtspiele eröffnet.
Am 1. Oktober wird auch wieder der Unterricht in den Schulen aufgenommen.

1946
Der Stadtkern soll wieder aufgebaut werden. Daher beschließt der Rat der Stadt, einen Wettbewerb zum Wiederaufbau auszuschreiben.

1949
Ein Theater wird im Schützenhaus eingerichtet.

1952
Neue Kreisgrenzen werden festgelegt. Anklam gehört nun zum Kreis Neubrandenburg. Am Markt wird das neue Rathaus bezogen und die Anklamer Brotfabrik beginnt mit ihrer Produktion.

1962
Im neuen Stadtteil Südstadt werden die ersten Wohnblocks bezogen.

1968
Die Volksschwimmhalle wird eröffnet. Sie ist die erste sogenannte "Volksschwimmhalle" in der DDR.

1978
Siegmund Jähn und Waleri Bykowski, Besatzung der Weltraummission Sojus 31, besuchen Anklam. In diesem Jahr beschließt die Stadt, sich mehr als Geburtsstadt Lilienthals zu präsentieren.

1981
Die zweigleisige Eisenbahnbrücke über die Peene wird ihrer Bestimmung übergeben.

1982
Am Markt wird das von Walther Preik entworfene Otto-Lilienthal-Denkmal eingeweiht.

1989
Anklam feiert sein 725-jähriges Bestehen. Das Museum im Steintor wird eröffnet.

1991
Das Otto-Lilienthal-Museum wird eröffnet.

1994
Anklam wird nach der Kreisgebietsrefom Kreisstadt des neuen Landkreises Ostvorpommern.

1995
Bei Grabungen in der Wollweberstraße wird ein Münzschatz mit über 2.500 Silbermünzen gefunden. Er ist der bedeutenste Hortfund Norddeutschlands.

2004
Der Markt wird nach seiner Neugestaltung eingeweiht. Zuvor gab es umfangreiche archäologische Untersuchungen.

2007
Die Stadt beschließt den Wiederaufbau der Nikolai-Kirche - der Taufkirche Otto Lilienthals - und das Projekt "Ikareum" als thematische Zukunft der Kirche.
 
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