verschüttet - vergessen - entdeckt

Sonderausstellung in der Kirche "St. Nikolai" Anklam und im Museum im Steintor

Presseinformation

 

17. Mai - 3. Oktober 2009

"Staunen ist Sehnsucht nach Wissen!"

Mit der Archäologie-Ausstellung geht das Museum ungewöhnliche Wege:


In der Ruine der Nikolaikirche sind acht hölzerne Würfel aufgebaut. Jeder steht für einen ausgewählten Fundplatz in der Stadt und jeder birgt eine Geschichte.

Fotografie

Blick in die Ausstellung

 

Vom Turm der Nikolaikirche ist der Blick über die Stadt möglich, auf die Plätze, die heute wieder bebaut sind. Im Kirchenschiff werden die Geschichten erzählt, die unsichtbar über Jahrhunderte im Boden verborgen lagen. 

 

Plakat

Für die Ausstellung geschaffen:
"Reisende durch die Zeit"
Skulptur von Norbert Folberger, hier bei einer "Probehängung" in Riga.

 

 
 

Wer bin ich? Woher komme ich? Warum bin ich an diesem Ort?

 

 

Wie der Ursprung eines Baumes unter der Erde verborgen ist, liegt unsere Vergangenheit unter unseren Füßen. Mit Bagger, Spaten, Schaufel und Pinsel öffnen wir die Erde und gleichzeitig ein Buch mit Geschichten aus vergangener Zeit. Eine Münze, eine Scherbe, eine Spur von Asche sind die letzten Zeugen, die wir zu unseren Wurzeln befragen können.

Wann Menschen den Flussübergang im Peenetal erstmals als guten Platz zum Siedeln empfanden, verliert sich im Dunkel der Geschichte. Eine Urkunde nennt 1243 einen Schultheiß „Albertus scultetus in Tanchlim“. 1256 ist „Johannes Manduvel advocatus de Tanglim“ herzoglicher Vogt. Die jüngere Geschichte belegen schriftliche Quellen und Zeichnungen, bis im 19. Jahrhundert die Fotografie als Quelle hinzu kommt. Der weitaus größte Teil der historischen Hinterlassenschaft befindet sich im Boden. Wie andere Städte ist Anklam im Laufe der Zeit auf dem Schutt und den Trümmern der Vergangenheit in die Höhe gewachsen. Durch die Besiedlung des Stadtareals sind über Jahrhunderte mächtige „Kulturschichten“ entstanden, ein einmaliges, authentisches, unwiederbringliches historisches Archiv.

Der Untergrund von Anklam ist als Bodendenkmal im Sinne des Denkmalschutzgesetzes geschützt. Bei Bodeneingriffen müssen die darin enthaltenen Informationen fachgerecht geborgen und dokumentiert werden, um sie der Nachwelt zu erhalten. In der Ausstellung erzählen acht Fundplätze Stadtgeschichte anhand archäologischer Funde und Befunde.

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen.

Fotografie
Die Münzen hängen nur als Attrappe vom Kirchedach. Der wirkliche Münzschatz wird in der dritten Etage des Steintores gezeigt.

 

Die Ausstellung entstand unter Mitarbeit von:

Bugenhagen-Werkstatt Anklam für behinderte Menschen im ev. Diakoniewerk Bethanien
Historischer Verein Anklam und Umgebung e. V.
Förderkreis Nikolaikirche Anklam e. V.
Gemeinnützige Regionalgesellschaft mbH "Usedom Peene"

 

Gefördert wurde die Ausstellung durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

 

Von der Kirche aus sind es nur 200 Meter bis zum Steintor. Dort ist der größte Hortfund aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der fast 3000 Teile umfassende Schmuck- und Münzenfund ausgestellt, der als "Anklamer Münzschatz" bekannt wurde. 


Mehr zu den Fundplätzen und ihrer Bedeutung für die Stadtgeschichte  (Presseinformation).


 

 

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